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Die Linsburger "Zukunftswerkstatt"

 
Linsburg braucht Zukunft!
 

Konzept & Methode der Zukunftswerkstatt

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Bei der Methode Zukunftswerkstatt gibt es eine Kritik-, eine Fantasie- und eine Verwirklichungsphase. Ziel ist die Verbesserung gesellschaftlicher Zustände im ökologischen und sozialen Bereich, die vor allem über eine direkte Bürgerbeteiligung erreicht werden soll. Die Methode der Zukunftswerkstatt eignet sich, weil hier alle beteiligten Akteure gleichberechtigt am Problemlöseprozess beteiligt sind und die Kreativität aller zum Ergebnis beiträgt. Es soll keine Hierarchien und keine Einschränkungen geben, wer welche Aufgabe zu erledigen hat, Teilnehmer an Zukunftswerkstätten sollen gleichermaßen Lehrende und Lernende sein.

Die Methode wurde entwickelt, um im politischen Bereich über Partizipation der Bürger Verbesserungen erreichen zu können, deren Fähigkeiten zu nutzen und die Entscheidungen nicht allein den wenigen gewählten Volksvertretern zu überlassen. Genutzt werden soll das kreative Problemlösepotential eines jeden Menschen.

Die Methode ermöglicht eine neue Herangehensweise an ein zu lösendes Problem. Dabei gibt es zunächst die Phase des Fantasierens, ohne Kritik, ohne Selbstkritik, ohne Bewertung. Der Mensch ist vor allem in einem "Personengefängnis" gefangen, also in seinen eigenen Vorbehalten, Ängsten und Denkmustern, als auch in einem "Zeitgefängnis", in dem er oft die Ideen unserer Zeit als selbstverständlich und als die einzig richtigen ansieht. Für diese Ängste und Befangenheiten bietet die Zukunftswerkstatt Raum zunächst in der Kritik- und Fantasiephase, dadurch dann aber auch in der Verwirklichungsphase, um Visionen von Veränderungen neue Spielräume zu ermöglichen.

Eine Zukunftswerkstatt kann durchgeführt werden mit einer Gruppe, die bereits ein gemeinsames Thema hat, das sie bearbeiten will. Begonnen wird möglichst mit einer vorbereitenden Phase. In ihr stellen sich die Gruppenmitglieder kurz vor und sagen etwas von ihren Wünschen und Erwartungen an die Zukunftswerkstatt. Der Moderator/die Moderatorin erläutert kurz die Geschichte und Zielsetzung der Methode, stellt die Phasen der Zukunftswerkstatt vor und erklärt ihre jeweiligen "Spielregeln". Am besten werden diese an die Wand gehängt, um sie jederzeit vor Augen zu haben. Jetzt kann es losgehen mit der Kritikphase.

Die Teilnehmer werden ermuntert, ihrer Kritik zum Thema, zum jetzigen Stand der Dinge freien Lauf zu lassen. Der Moderator/die Moderatorin kann fragen: "Was stört dich; wovor hast du Angst; was macht dich wütend?" etc., und dadurch unterstützend wirken. Es ist gut, mit allem herauszurücken, was einem auf dem Herzen liegt und die Kritik so präzise wie möglich zu formulieren. Nach Sammlung der Kritikpunkte werden diese zu Problem bereichen zusammengefasst. Sie werden auf große Papierbögen geschrieben und an die Wand/Tafel gehängt. Die TN wählen nun, z. B. durch Verteilen von bunten Klebepunkten, die für sie wichtigsten Themenbereiche aus. Es kristallisieren sich Schwerpunktthemen heraus, die in der anschließenden Fantasiephase bearbeitet werden.

Die Fantasiephase hat eine Spielregel: Alles ist möglich. Alle Einwände wie "das geht aber nicht, weil ..." und alle Zweifel haben Platz in der dritten Phase, der Verwirklichungsphase. Jetzt ist Raum für alle Wünsche, Träume, Ziele und Utopien. Das Auslagern aller "Aber" in die nächste Phase hilft, der Fantasie freien Lauf zu lassen und einfach mal rumzuspinnen.

Ein erster Schritt kann sein, die Kritikpunkte positiv umzuformulieren. Im zweiten Schritt, dem Brainstorming, sollen die TN sich möglichst fantasievolle Lösungsvorschläge ausdenken, ohne Rücksicht auf Sachzwänge, Gesetze, ökonomische und soziale Hemmnisse. Die Ideen werden gesammelt und in einem nächsten Schritt von der Gruppe zu konkreten utopischen Entwürfen ausgearbeitet. Ist auf Grund von Zeitknappheit oder einer großen Fülle von Vorschlägen eine Auswahl notwendig, kann vor der Ausarbeitung der Ideen noch mal mit Hilfe von Klebepunkten entschieden werden, welche der Vorschläge weiterentwickelt werden. Arbeiten mehrere Kleingruppen gleichzeitig am selben Thema, können diese Entwürfe jetzt auch den anderen Gruppen vorgestellt werden.

In der Verwirklichungs- oder Realisierungsphase werden die utopischen Entwürfe mit der Realität zusammengebracht. Welche Schwierigkeiten gibt es, die Ideen in die Tat umzu- setzen? Wo müssen die Entwürfe verändert oder angepasst werden? Wo besteht die Notwendigkeit, äußere Bedingungen, z.B. bestehende Vereinbarungen, eingeschlichene Gewohnheiten oder ausgehandelte finanzielle Rahmenbedingungen, zu überdenken und ggf. zu verändern, um die Zukunftsentwürfe Wirklichkeit werde zu lassen? Auch in dieser Phase ist Kreativität und Fantasie nötig, um möglichst Erfolg versprechende und neuartige Wege zur Verwirklichung einer besseren Zukunft zu finden. Veränderungsschritte müssen konkretisiert werden. Welche Maßnahmen sollen ergriffen werden? Wer sind eventuelle Kooperationspartner? Muss Geld herangeschafft werden, wie viel und von wem? Wer tut es? Welche Alternativlösungen gibt es bei den einzelnen Schritten? Wo fehlen noch Kenntnisse zur Verwirklichung und wie kann ich sie erlangen? Bis wann sollen einzelne Schritte erledigt sein? Mithilfe dieser Konkretisierung lässt sich prüfen, ob eine weiterentwickelte Idee realisierbar ist. Sie ist die notwendige Bedingung für die spätere Umsetzung.

An die Verwirklichungsphase sollte eine nachbereitende Phase anschließen, auch weiterführende Werkstattarbeit genannt. Die Verwirklichungsphase ist der theoretische Abschluss einer Zukunftswerkstatt. Die Praxisanwendung des Erarbeiteten, die weiterführende Werkstattarbeit, ist jedoch immer zu befürworten, um die Arbeit mit Zukunftswerkstätten sinnvoll und befriedigend zu machen. Sie erfordert ein ausführliches Werkstattprotokoll. Sie erfordert auch und vor allem eine Erarbeitung von praktisch umsetzbaren Utopieentwürfen in der Verwirklichungsphase.